FINDING ELHO

  • Mr. Freestyle

Als wir elho zum ersten Mal auf den Pisten sahen, sind wir komplett durchgedreht. elho war anders, scherte sich nicht im Geringsten um das, was auf den Pisten damals getragen wurde und symbolisierte für uns Aufbruch, Innovation und irgendwie auch Rebellion.

Aber der Reihe nach…

Als Kinder fuhren wir jedes Jahr mit unseren Eltern in einen kleinen Wintersportort im Lungau. Eine Straßenlaterne stand unmittelbar vor unserem Haus. Erstaunlich gut kann ich mich noch an die Treppenstufen erinnern, auf die ich mich nachts setzte, wenn es angefangen hatte zu schneien. Ich schaute gemütlich zu, wie der Schnee rieselte und die Lampe langsam immer weiter zuschneite, bis am Morgen das ganze Dorf im wunderschönen weißen Gewand den neuen Tag einläutete. 
Für uns Kinder einer Großstadt war Schnee schon damals Mangelware und umso mehr freuten wir uns über jede Flocke, die vom Himmel fiel und irgendwo auf dieser Welt jemandem den Skitag versüßte. Idealerweise uns.

Einer unserer Freunde aus dem Kleinwalsertal war zum Beispiel so nett und meldete uns (in die Großstadt) die Schneefallstärke auf einer Skala von 1 bis 10. Die 10 kam dann damals noch als SMS bei uns an, wenn er seine Hand vor lauter Schneeflocken vor seiner Skischule nicht mehr sehen konnte.

Wie dem auch sei. Wir sind seit unserer Kindheit verrückt nach Schnee und den Bergen und irgendwie ist das bis heute unser Leitfaden durchs Leben. Wir nehmen im Frühling den letzten Powder der Nordhänge noch mit, verschwinden dann in den Sommer, wenn wir nicht zu viel arbeiten müssen bestenfalls ans Meer zum Surfen, und fiebern im Herbst dem Tag entgegen, an dem unser Schweizer Freund endlich postet, dass die Gletscher nun endgültig eingeschneit sind. Von diesem Tag an wintern dann langsam die Berge ein und oft erhalten wir schon frühmorgens Nachrichten von anderen „Verrückten“, wieviel es wo über Nacht geschneit hat.  

Zurück in die Vergangenheit, zurück zu unserem ersten Kontakt zu elho

Ein guter Freund erzählte uns vom Anblick zweier Skifahrer auf seiner letzten Abfahrt oben am Horberg. Trotz starkem Nebel und nahender Dunkelheit konnte er den beiden noch hunderte Meter nachschauen, wie sie gediegen in neongelb den Devil‘s Run hinunter donnerten und den Spaß ihres Lebens hatten. Als wir die beiden am nächsten Morgen in der ersten Gondel trafen, war es für uns wie ein "wake-up call" in eine neue Zeit... 

Ein für uns damals nicht unerhebliches Problem war, dass wir uns elho nicht leisten konnten und so unsere Mutter baten, uns doch bitte aus pinkem Stoff die coolen Hosen nachzunähen. Das gelang auch – mehr oder weniger gut – und so waren auch wir fortan in pinken Hosen unterwegs, wenn auch in zugegebenermaßen ziemlichen peinlichen... 

In den folgenden Jahrzehnten lebte jeder von uns sein Leben, jeder auf seine Weise. Aber bei keinem von uns verblasste die Liebe zu den Bergen und dem Schnee. Und wenn wir konnten, waren wir „oben“. 


Zufall oder Schicksal?

Im Jahre 2018 ereignete sich dann etwas zwischen Zufall und Schicksal: Ein sehr guter Freund hatte einen Trip nach Kanada organisiert und wir durften endlich erfahren wie es sich in den nördlichen Rocky Mountains Skifahren lässt. Zu meinem Erstaunen hatte ein weiterer Freund im Bunde eine 32 Jahre alte elho Jacke an, als er morgens aus der Tür der Lodge stolperte. Zugegeben, schon leicht abgenutzt, aber in mir spielte sich unmittelbar eine unglaubliche mentale Reise in unsere Vergangenheit ab. "Wie wahnsinnig cool ist das denn?", stieß es aus mir heraus und ich strahlte übers ganze Gesicht. Er grinste entspannt und sagte nur "elho is back!". 
Und dann passierte während unserer Zeit in den Bergen Canadas etwas Unerwartetes: Skifahrer aus Amerika, Japan, China und sogar Neuseeland sprachen ihn immer wieder auf seine Jacke an, erzählten ihm und uns ohne Aufforderung, woher sie elho kannten, was sie früher für Styles getragen hatten und was sie mit elho erlebt hatten. 

 Jede Geschichte für sich war einzigartig und die Begeisterung dieser wildfremden Menschen ließ uns keine Ruhe mehr. Dass elho so viele Erinnerungen wachruft, so viel Positives in den Menschen hochkommen lässt, war wirklich unglaublich… 

Wieder zuhause erzählte uns dann noch eine befreundete Mutter aus Berlin, dass ihre Tochter im Keller gekramt und eine elho Jacke von ihr gefunden hatte und diese nun fast täglich trägt. Sie war noch nie in den Bergen, aber fand den Style einfach lässig.  

Dieser und weitere „Zufälle“ inspirierten uns dazu, kurz mal Detektiv zu spielen. Wir wollten herauszufinden, was aus der Marke geworden ist. Wir recherchierten und es dauerte eine ganze Weile, bis wir fündig wurden. Und eines Tages saß ich tatsächlich im Zug nach Bayern, um dort den Markeninhaber treffen zu dürfen. 
Er lehnte sich zurück und erzählte mir zunächst einmal die ganze Geschichte der Marke, wie sie über die Jahrzehnte zu großem Ruhm auferstanden war, aber auch wie und warum sie um die Jahrtausendwende für zwei Jahrzehnte plötzlich wie vom Erdboden verschluckt verschwand.  Es war eine Zeitreise, die weit über meine bisherige Lebenszeit hinaus ging und am Ende des Abends war ich von der langen und reichhaltigen Markenhistorie begeistert, aber gleichzeitig auch erstaunt, wie wenig ich vorher über elho wusste. Ich hatte nur den kleinen Ausschnitt aus meiner Jugend im Kopf, aber alles was vor 1980 war, war für mich wie das Blättern in einem alten Geschichtsbuch. Und all das, was wir schon erlebt und herausgefunden hatten fühlte sich nun noch besser an, da wir langsam begriffen, dass die Geschichte noch vielfältiger war und ist, als wir es je vermutet hatten. 

Auf geht´s!

Wir zögerten nicht lange und formten umgehend ein Team für die Idee, elho wieder zu aktivieren. Schnell stellte sich heraus, dass wir elho nur so zurückbringen wollten, wie die Marke wirklich war und es dieser auch gebührt. Mode ändert sich ständig, keine Frage. Aber die unglaubliche Aussagekraft, die sich durch die Jahrzehnte zog und entwickelte, sollte unbedingt erhalten bleiben, komme was wolle!

Wenn man sich sowas vornimmt und die Werte einer Marke authentisch widerspiegeln will, braucht man viel Zeit und vor allem Geduld. Beides ist im heute im digitalen Zeitalter eher Mangelware. Erfreulicherweise verstand der Markeninhaber unseren Ansatz von Beginn an und erfreute sich unserer Ambition, elho seiner Historie entsprechend wieder mit Leben zu füllen. Und so näherten sich seine und unsere Vorstellung von der Zukunft der Marke einander langsam aber stetig an und im Sommer 2019 machten wir Nägel mit Köpfen: Wir entschieden, elho gemeinsam wieder an den Start bringen. Im darauffolgenden Herbst wurde der weltweite und exklusive Lizenzvertrag mit unserer neuen Firma geschlossen.

elho is back!

Über den Jahreswechsel atmeten wir alle noch einmal tief durch und stießen auf einer Berghütte auf die neue Zukunft an. Und dann ging es auch schon los: Sichtung des großen Schatzes der Heritage, Stoffauswahl, Anproben, Testen, Bestellen, Fotografieren usw… Seitdem arbeiten wir hochmotiviert an der Umsetzung. Natürlich blieben auch wir nicht von den Auswirkungen der Corona Pandemie verschont – Aufgeben kam für uns jedoch nicht in Frage.

Wir drücken für die kommende Zeit vor allem den Skigebieten, den Unterkünften, den Restaurants, aber auch den anderen Marken die Daumen, dass der Spuk für uns alle bald vorbei ist. 

Fakt ist: elho is back! Diese neue Realität ist für uns alle ein spannender und auch fast unwirklicher Teil unseres Lebens geworden und wir freuen uns auf alles, was kommen mag. 

Für mich persönlich, wenn ich zurückdenke an die Stufen, auf denen ich die Schneeflocken als Kind beobachtet habe, fühlt sich das alles nicht so schlecht an... 
 

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